Eine bekannte Größe für spannende historische und geografische Vortragsthemen ist die Referentin Frau Dr. Heidrun Schweinfurth beim Freundeskreis am Justus-Knecht-Gymnasium und so konnte die zweite Vorsitzende Ursula Eckart zahlreiche Fans zum lehrreichen Vortrag zur Kulturgeschichte des Ginkgo begrüßen.

Die Zuhörer erfuhren von der Herkunft des Baumes aus Südwestchina und von zahlreichen Namen, nämlich Tempelbaum, Entenfußbaum, Elefantenohrbaum oder Weltenbaum. Er ist weder Laub- noch Nadelbaum, sondern gehört zur Sorte Ginkgoales, einer Samenpflanze, und es gibt ihn sowohl männlich als auch weiblich, wobei die weiblichen Bäume Früchte tragen, die wegen ihres unangenehmen Geruchs" berüchtigt" sind.

Mit dem Buddhismus kam er nach Japan, wird dort in Shinto-Tempeln verehrt und sein Holz zum Tempelbau verwendet. Der Arzt und Forschungsreisende Engelbert Kämpfer entdeckte den Baum ebendort und schickte ihn durch holländische Seefahrer nach Schweden zum Botaniker Linné, der ihn dann klassifizierte. Seit dem 18. Jahrhundert finden sich Bäume in herrschaftlichen, botanischen Gärten in ganz Europa und er gelangte auch nach Nordamerika.

Von der Referentin wurde der Baum als sehr robust beschrieben, der als Überlebenskünstler auch den schlimmsten Umweltbelastungen trotzen würde - ein Baum hat sogar den Abwurf der Atombombe in Hiroshima überstanden. Ebenso erstaunlich sind seine Einsatzmöglichkeiten in der Medizin, wobei er in Form von Tee gegen Husten und Asthma und für bessere Durchblutung  bei Tinnitus und als Wundpflaster gegen Verletzungen zum Einsatz kommt.

Auch in die deutsche Literatur  hat der Ginkgo Eingang gefunden mit dem berühmten Gedicht vom Dichterfürsten Goethe, das schön vorgetragen und gebührend gewürdigt  wurde. Schließlich erfuhr man noch und konnte auf Fotos sehen, dass sich die Motive der Ginkgo-Blätter auf zahlreichen Kunstobjekten des Jugendstils wiederfinden. Abschließend konnten die Anwesenden noch echte, 150 Millionen Jahre alte  Fossilien bestaunen, die ein Ginkgo-Spezialist freundlicherweise mitgebracht hatte.

Mit dem Hinweis auf einen Rundgang im Heidelberger Schlosspark zur Vertiefung  der Theorie am 13. Mai bedankte sich Frau Eckart bei Frau Schweinfurth für die interessanten  Ausführungen. (Cornelia Blümle)

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